“Kunst als Business: Warum brauchen Künstler*innen unternehmerische Fähigkeiten?” Die Idee, dass Kunst frei von wirtschaftlichem Denken entstehen muss, ist romantisch – aber realistisch gesehen verzerrt. Wir selbst haben unser künstlerisches Schaffen mit Straßenshows angefangen. Über die Jahre hinweg haben wir jedoch adaptiert und uns immer wieder überlegt, wie wir die Bedürfnisse und Wünsche von Publikum und Kundschaft in unsere Shows aufnehmen können. Ein schmaler Grat, denn es ist gar nicht so einfach, die eigene künstlerische Identität und das, was wir ausdrücken wollen, mit den Vorstellungen von anderen in Einklang zu bringen.
Heute bewegen wir uns mit unseren professionellen Show-Formaten an der Schnittstelle zwischen Dienstleistung und Kunst.
Dabei gibt es viele Aspekte im Unternehmertum, welche sich auch in der künstlerischen Tätigkeit wiederfinden:
- Mut zur Entscheidung – bei der Komposition wie bei der Preisgestaltung
- Durchhaltevermögen – ein Werk zu vollenden ist nicht so anders, als ein
- Unternehmen durch schwierige Monate zu tragen
- Klarheit über die eigene Vision – Grundlage für authentische Kunst,
- genauso wie für eine klare Positionierung



Bilder: @thetailorsphotography // Florals by @Josa_floral_storytelling
Künstler*innen entwickeln also bereits durch ihr Schaffen viele wertvolle Attribute und Fähigkeiten. Dabei ist uns wichtig hervorzuheben: Wer unternehmerisch denkt, verrät die Kunst nicht – es sorgt dafür, dass die Kunst weiter bestehen kann. Wir haben schon viele Kolleg*innen gesehen, die ihre Kunst aus finanziellen Gründen nicht fortführen konnten. Es ist demnach wichtig, unternehmerische Aspekte zu berücksichtigen, wenn die Kunst den Lebensunterhalt sichern soll.
Wir befinden uns beispielsweise an einem Punkt in unserer Laufbahn, an dem wir erfolgreich von unseren Shows leben können. Blicken wir zurück, schauen wir auf unzählige gelungene Shows mit glücklichen Kunden und begeistertem Publikum. Wer die finanzielle Seite im Griff hat, schafft sich die Freiheit, in kreativen Momenten wirklich frei zu sein. Ohne unternehmerische Struktur bleibt kreative Freiheit oft nur eine Illusion – abhängig von Zufällen oder Existenzangst.



Bilder: @thetailorsphotography
Jetzt könnten wir uns eigentlich entspannt und zufrieden zurücklehnen. Aber wir haben ja schon gelernt, dass Stillstand problematisch sein kann und dass darum Anpassung und Weiterentwicklung wichtig sind. Es kam also die Frage auf, wie wir unser Angebot und unser Business noch erfolgreicher machen können, beziehungsweise, wie wir noch besser funktionieren können. Da schweben auch Wünsche nach mehr Freizeit durch effizientere Prozesse im Hintergrund etc. mit.
Dann wurde ich über Instagram auf den “Unternehmerinnen-Tag” von Nadine Metgenberger aufmerksam. Für einen Platz musste man sich mit einem kurzen motivationsschreiben bewerben. Das tat ich und bekam zu meiner großen Freude einen Platz! Ich liebe es, mich weiterzubilden.
Diese Veranstaltung wurde im Rahmen von dem Colibri Club – einer coaching Plattform für Dienstleister in der Hochzeitsbranche Angeboten. Das Event im April 2026 fand im wunderschönen Tortue Hotel Hamburg statt. Ich konnte es kaum erwarten. Vor Ort durfte ich dann gemeinsam mit tollen Floristen, Musikschaffenden, Make-up Artists und Eventplanerinen Ziele erarbeiten, Strategien und Prozesse entwickeln. Dabei wurden auch mal unangenehme Fragen auf den Tisch gepackt! Aber genau diesen zu begegnen, schafft klarheit.
Meine drei wichtigsten Messages aus dem Unternehmerinnentag:
1. Zeiten trennen, nicht Identitäten – Kreative Zeit und Geschäftszeit im Kalender trennen, statt die eigene Persönlichkeit zu spalten. Zeiten im Kalender entsprechend eintragen und Blockieren für Kreatives arbeiten sowohl als auch Strategisches Planen
2. Preisgestaltung als Akt der Klarheit verstehen – ein fairer Preis ist Ausdruck von Selbstwert, nicht nur Kalkulation. Klarheit über den eigenen Wert und den Mehrwert meiner Kunst wissen und geschickt kommunizieren
3. Aufgaben abgeben, wo es Sinn ergibt – nicht jede Künstlerin muss auch Buchhalterin und Marketingexpertin sein- wissen wo die eigenen stärken sind und Aufgabenbereiche abgeben können, aber ohne die Kontrolle aus der Hand zu geben! Es ist wichtig, die Prozesse zu verstehen, um letztendlich kluge Entscheidungen zu treffen.



Bilder: @thetailorsphotography
Fazit
Künstlerische Selbstständigkeit ist kein Widerspruch, den man auflösen muss. Die Kunst gibt der unternehmerischen Arbeit Sinn. Das unternehmerische Denken gibt der Kunst die Bühne, die sie braucht, um sich zu entfalten.

Bilder: @thetailorsphotography


